Hund bei Hitze: So kommt dein Vierbeiner gut durch die Hundstage

Hund bei Hitze: So kommt dein Vierbeiner gut durch die Hundstage

Wenn die Temperaturen steigen, wird selbst die gewohnte Gassirunde schnell anstrengend. Gerade während der Hundstage brauchen viele Hunde mehr Ruhe, mehr Wasser und weniger körperliche Belastung.

Die Hundstage dauern traditionell vom 23. Juli bis zum 23. August. Der Name hat allerdings nichts mit unseren Vierbeinern zu tun. Er geht auf Sirius zurück, den hellsten Stern im Sternbild „Großer Hund“. Für Hunde ist der Zusammenhang also Zufall. Die Hitze spüren sie trotzdem.

Die Tipps in diesem Beitrag wurden von Tierärztin Julia Stoffels zusammengestellt.

An heißen Tagen brauchen Hunde keine großen Abenteuer. Spaziergänge sollten in die kühleren Stunden verlegt werden. Viel Wasser, ein schattiger Rückzugsort und ruhige Beschäftigung sind jetzt die bessere Wahl.

Julia Stoffels, Tierärztin


Warum Hitze für Hunde so anstrengend ist

Hunde können ihre Körpertemperatur nicht so regulieren wie Menschen. Sie schwitzen nur in geringem Umfang über die Pfoten und geben Wärme vor allem durch Hecheln ab.

Bei hohen Temperaturen stößt dieser Mechanismus schneller an seine Grenzen. Körperliche Anstrengung, direkte Sonne und fehlende Abkühlung können den Kreislauf zusätzlich belasten.

Wie gut ein Hund mit Hitze zurechtkommt, hängt unter anderem von Alter, Gesundheitszustand, Körperbau und Fell ab. Besonders aufmerksam solltest du bei folgenden Hunden sein:

  • älteren Hunden
  • Welpen
  • übergewichtigen Hunden
  • Hunden mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Hunden mit Atemwegserkrankungen

Bei kurzschnäuzigen Hunden wie Möpsen oder Französischen Bulldoggen funktioniert die natürliche Kühlung über das Hecheln weniger gut. Deshalb besteht für sie an heißen Tagen ein besonders hohes Risiko für Überhitzung.

Wann sollte man bei Hitze mit dem Hund spazieren gehen?

Längere Runden gehören im Sommer in den frühen Morgen oder auf den späten Abend. Mittags reicht meist ein kurzer Weg zum Lösen.

Achte dabei nicht nur auf die Uhrzeit, sondern auch auf die tatsächliche Temperatur. Nach einem sehr heißen Tag können Asphalt und Pflaster noch am Abend viel Wärme speichern.

Wähle möglichst schattige Strecken und passe Tempo und Dauer an deinen Hund an. Waldwege, Wiesen und andere natürliche Untergründe sind meist angenehmer als versiegelte Flächen.

Auf folgende Aktivitäten solltest du bei hohen Temperaturen verzichten:

  • Joggingrunden
  • lange Fahrradtouren
  • ausgiebige Ballspiele
  • wildes Toben

Hunde zeigen beim Spielen nicht immer rechtzeitig, dass es ihnen zu viel wird.

Für unterwegs gehören Wasser und ein kleiner Napf ins Gepäck. Plane außerdem genügend Pausen ein und gib deinem Hund die Möglichkeit, sich im Schatten auszuruhen.

Vorsicht vor heißem Asphalt

Asphalt kann sich in direkter Sonne stark aufheizen und die Pfoten verletzen. Die Lufttemperatur allein sagt deshalb nicht aus, ob ein Weg für deinen Hund angenehm ist.

30 °C Lufttemperatur können mehr als 60 °C auf dem Asphalt bedeuten. Schon nach kurzer Zeit können Verbrennungen an den Pfoten entstehen.

Ein kurzer Test hilft bei der Einschätzung: Lege deinen Handrücken einige Sekunden auf den Boden. Fühlt sich die Fläche für dich unangenehm heiß an, sollte dein Hund dort ebenfalls nicht länger laufen.

Weiche nach Möglichkeit auf folgende Untergründe aus:

  • Gras
  • Waldboden
  • schattige Wege
  • andere natürliche Untergründe

Ist das nicht möglich, halte die Strecke auf dem heißen Untergrund so kurz wie möglich.

Kontrolliere nach dem Spaziergang die Pfoten. Da die Pfotenballen vieler Hunde dunkel sind, lassen sich Rötungen nicht immer gut erkennen. Ungewöhnlich glatte Stellen, empfindliche Pfoten oder auffälliges Lecken können darauf hinweisen, dass der Boden zu heiß war. Im schlimmsten Fall entstehen Blasen oder offene Stellen.

Frisches Wasser und ein kühler Rückzugsort

Dein Hund sollte jederzeit Zugang zu frischem Wasser haben. Stelle den Napf an einen gut erreichbaren Ort und prüfe regelmäßig, ob noch genug Wasser vorhanden ist.

Bei längeren Fahrten oder Ausflügen solltest du Trinkpausen einplanen. Auch unterwegs darf dein Hund nicht darauf angewiesen sein, erst am Ziel etwas trinken zu können.

Viele Hunde suchen sich bei Wärme selbst einen kühlen Platz. Das können Fliesen, ein schattiger Bereich im Garten oder ein gut gelüfteter Raum sein.

Auch ein leicht feuchtes Handtuch auf dem Boden kann angenehm sein. Es sollte deinem Hund als freiwillige Liegefläche angeboten und nicht über ihn gelegt werden. So kann er selbst entscheiden, ob er die Kühlung nutzen möchte.

Was hilft Hunden bei Hitze noch?

  • Rollos oder Vorhänge können verhindern, dass sich Räume tagsüber zu stark aufheizen.
  • Lüfte möglichst in den kühleren Morgen- und Abendstunden.
  • Ein Ventilator kann für Luftbewegung sorgen, sollte aber nicht dauerhaft direkt auf den Hund gerichtet sein.
  • Bei Hunden mit dichtem Fell kann regelmäßiges Bürsten helfen, lose Unterwolle zu entfernen.
  • Kühlmatten können angenehm sein, wenn dein Hund sie jederzeit freiwillig verlassen kann.

Das Fell sollte nicht ohne fachliche Beratung kurz geschoren werden. Bei manchen Hunden schützt es die Haut auch vor direkter Sonneneinstrahlung.

Ruhige Beschäftigung statt Sommer-Action

Weniger Bewegung bedeutet nicht, dass dein Hund sich langweilen muss. Bei Hitze eignen sich Aufgaben, die vor allem Nase und Kopf beschäftigen.

Diese ruhigen Beschäftigungen eignen sich für warme Tage:

  • kleine Leckerlis in der Wohnung verstecken
  • eine kurze Schnüffelrunde im Schatten
  • bekannte Signale üben
  • Suchspiele mit Kartons oder zusammengerollten Handtüchern
  • geeignete Suchspielzeuge
  • eine ruhige Kau-Beschäftigung

Ein paar konzentrierte Minuten reichen oft aus. Achte darauf, dass dein Hund dabei nicht hektisch wird oder sich körperlich stark anstrengt.

Kausnacks einfrieren: Erfrischende Beschäftigung für warme Tage

Manche Kausnacks lassen sich einfrieren und anschließend als erfrischende Beschäftigung anbieten. Nicht jeder Snack eignet sich gleichermaßen dafür. Verwende deshalb nur Produkte, die Bora für das Einfrieren getestet und empfohlen hat.

Je nach Produkt kann es sinnvoll sein, den Snack vor dem Füttern kurz antauen zu lassen. Er sollte zur Größe und zum Kauverhalten deines Hundes passen und nicht so hart sein, dass Zähne oder Zahnfleisch unnötig belastet werden.

Bleib beim Kauen wie gewohnt dabei und rechne den Snack in die tägliche Futtermenge ein. So bekommt dein Hund eine kleine, wenn auch nur kurze Erfrischung für das Maul.

Besonders geeignete Kausnacks von Bora

Fressen Hunde bei Hitze weniger?

Viele Hunde haben an warmen Tagen weniger Appetit oder möchten lieber morgens und abends fressen. Das kann eine normale Reaktion auf die Wärme sein.

Du kannst größere Mahlzeiten auf die kühleren Tageszeiten verteilen. Nassfutter und andere leicht verderbliche Futterreste sollten nicht lange stehen bleiben.

Snacks sind auch im Sommer möglich, müssen aber weiterhin zur täglichen Futtermenge gerechnet werden.

Trinkt dein Hund kaum, verweigert er über längere Zeit das Futter oder wirkt ungewöhnlich schlapp, solltest du tierärztlichen Rat einholen.

Autofahrten und Ausflüge bei Hitze

Ein Hund darf bei warmem Wetter niemals allein im geparkten Auto zurückbleiben. Auch ein schattiger Parkplatz oder ein leicht geöffnetes Fenster schützen nicht zuverlässig vor einem schnellen Temperaturanstieg.

Plane Autofahrten möglichst für die kühleren Stunden und sorge während der Fahrt für eine angenehme Temperatur. Lege bei längeren Strecken Pausen ein und biete Wasser an.

Auch am Ziel braucht dein Hund einen schattigen Platz. Ein Tagesausflug ohne Rückzugsmöglichkeit kann bei hohen Temperaturen schnell zu viel werden.

Woran erkenne ich eine Überhitzung beim Hund?

Folgende Symptome können auf eine Überhitzung hinweisen:

  • starkes oder ungewöhnlich schnelles Hecheln
  • Unruhe
  • Schwäche
  • Taumeln
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Krämpfe
  • auffällig gerötete Schleimhäute

Bringe deinen Hund sofort an einen kühlen, schattigen Ort und kontaktiere eine Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst. Ein Hitzschlag ist ein akuter Notfall.

Beginne behutsam mit der Kühlung. Verwende kein eiskaltes Wasser und kühle den Hund nicht schlagartig komplett herunter. Die weitere Vorgehensweise solltest du telefonisch mit der Tierarztpraxis abstimmen.

Auch wenn sich der Zustand zunächst bessert, sollte der Hund tierärztlich untersucht werden.

Mit kleinen Anpassungen gut durch die Hundstage

Frühe Spaziergänge, ausreichend Wasser und ein kühler Rückzugsort machen heiße Sommertage für deinen Hund angenehmer.

Beschäftigung darf trotzdem sein – nur ruhiger, kürzer und an die Temperatur angepasst. Ein geeigneter, leicht gekühlter Kausnack kann dabei für Abwechslung und einen kleinen Genussmoment im Schatten sorgen.

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Häufige Fragen zu Hunden bei Hitze

Wann sind die Hundstage?

Die Hundstage dauern traditionell vom 23. Juli bis zum 23. August. Ihren Namen verdanken sie Sirius, dem hellsten Stern im Sternbild „Großer Hund“.

Wann sollte man bei Hitze mit dem Hund spazieren gehen?

Längere Spaziergänge sollten früh morgens oder spät abends stattfinden. Während der heißen Tageszeit reichen kurze Runden auf möglichst schattigen Wegen.

Wie kann ich meinen Hund bei Hitze abkühlen?

Biete frisches Wasser, Schatten und eine kühle Liegefläche an. Ein leicht feuchtes Handtuch kann auf dem Boden ausgelegt werden. Dein Hund sollte selbst entscheiden, ob er es nutzt.

Kann man Kausnacks für Hunde einfrieren?

Geeignete Kausnacks können eingefroren und je nach Produkt vor dem Füttern kurz angetaut werden. Verwende dafür nur Snacks, die von Bora getestet und für diesen Zweck empfohlen wurden.

Quellen

Weiterlesen

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Julia Stoffels

Tierärztin, Futtermittel-Expertin, Design

Als Tierärztin ist Julia das Thema Hundegesundheit ein besonderes Anliegen. Sie setzt sich insbesondere für die artgerechte Ernährung und Nachhaltigkeit ein. Mit Bora und der gemeinsamen Mission ergreift sie zusammen mit Hendrik und ihrem Team die Möglichkeit, selbst aktiv zu einem Wandel beizutragen und eine Veränderung zu bewirken. Mithilfe freudig helfender Hundemodels (schließlich gibt es leckerste Bora-Snacks beim Arbeiten!) rückt sie vor ihrer Kamera alle Produkte ins richtige Licht.